Die Varanasi-Ashram-Schule ist eine kostenfreie Vor- und Grundschule im ländlichen Raum bei Varanasi. Seit ihrer offiziellen Registrierung im Jahr 2015 wird sie von unserer indischen Partnerorganisation Asian Bridge India (ABI) getragen. Als wir Anfang 2024 unsere Zusammenarbeit begannen, besuchten zwischen 30 und 40 Kinder die Schule. Seit Beginn des Schuljahres im Juli 2026 sind es bereits fast 70. Einen wichtigen Beitrag dazu leistet eine gespendete E-Rikscha, die nun auch Kindern aus weiter entfernten Dörfern den regelmäßigen Schulbesuch ermöglicht.
Was die Schule besonders macht, ist ihre Haltung. Die Kinder lernen in einer Umgebung, in der körperliche und psychische Gewalt keinen Platz haben – etwas, das an vielen Schulen in Indien noch immer nicht selbstverständlich ist. Statt Angst und Auswendiglernen stehen Neugier, gemeinsames Lernen und eigenes Ausprobieren im Mittelpunkt.
Unterricht bedeutet hier, Dinge selbst zu entdecken. Die Kinder experimentieren, arbeiten mit Anschauungsmaterialien, nutzen selbst gestaltete Lernkarten und verlassen regelmäßig das Klassenzimmer. Sie interviewen Bäuerinnen und Bauern, Ladenbesitzer oder ältere Menschen aus ihrem Dorf und erleben, wie Unterricht mit ihrer eigenen Lebenswelt zusammenhängt.
Auch das Schulleben ist bewusst darauf ausgerichtet, Gemeinschaft zu stärken. Jeden Morgen beginnt die Schule mit einer gemeinsamen Versammlung. Darüber hinaus begleitet jedes Schuljahr ein gemeinsames Jahresthema, das das Miteinander prägt. In den vergangenen Jahren standen beispielsweise Neugier und Empathie im Mittelpunkt.
Seit Anfang 2024 begleitet Damini e.V. die Schule auf ihrem weiteren Weg. Im ersten Jahr lag der Schwerpunkt auf Lehrerfortbildungen sowie neuen Unterrichts- und Spielmaterialien für Kindergarten und Grundschule. Im zweiten Jahr wurden die Fortbildungen intensiviert. Gleichzeitig wollten wir den Erfahrungshorizont der Kinder erweitern: Viele besuchten zum ersten Mal in ihrem Leben ein Schwimmbad, nahmen an einer Science Fair teil, besuchten eine Mela oder führten Interviews mit Menschen aus ihrem Dorf, um Unterrichtsthemen aus erster Hand kennenzulernen. Darüber hinaus konnten wir die technische Ausstattung der Schule unter anderem durch einen Laptop, einen Drucker und eine erste Stromversorgung verbessern.
Unser gemeinsames Ziel ist einfach: eine Schule, in die Kinder gerne gehen, in der sie sicher sind und in der Lernen Freude macht.
Bei uns lernen Kinder ohne körperliche oder psychische Gewalt. Viele Besucher staunen, wie aktiv sie sich am Unterricht beteiligen – nicht aus Angst, sondern aus Neugier und Freude am Lernen.
Lernen endet nicht an der Klassenzimmertür. Ausflüge, Interviews im Dorf, Science Fairs oder der erste Schwimmbadbesuch eröffnen den Kindern neue Erfahrungen und erweitern ihren Blick auf die Welt. Sie machen erfahrbar: Es gibt viel zu entdecken!
Auch wenn unser Schulgebäude an vielen Stellen renovierungsbedürftig ist, gestalten wir jeden Raum mit viel Liebe. Materialien, Regale und Poster schaffen eine freundliche Atmosphäre. Wir sind überzeugt: Kinder lernen besser an einem Ort, der ihnen zeigt, dass sie willkommen sind.
Unsere Schule ist für alle Kinder da – besonders auch für diejenigen, die andernorts oft durchs Raster fallen: Kinder mit Lernschwierigkeiten, Konzentrationsproblemen, geringem Selbstwertgefühl oder herausforderndem Verhalten sowie Kinder aus benachteiligten Familien. Bei uns wird niemand aufgegeben. Bei der jährlichen Abschlusspräsentation steht deshalb nicht die Leistung Einzelner im Mittelpunkt – jedes Kind trägt auf seine Weise zum Programm bei.
Kinder und Lehrkräfte reinigen ihre Schule gemeinsam – sogar die Toiletten. So entsteht Verantwortung, Stolz auf die eigene Schule und ein respektvoller Umgang mit der gemeinsamen Umgebung.
Unsere Schulleiterin begegnet den Lehrkräften mit Vertrauen und Respekt. Kritik ist willkommen, unterschiedliche Lebenssituationen werden berücksichtigt. So entsteht ein Arbeitsklima, in dem Menschen gerne Verantwortung übernehmen.
Auch unsere Lehrerinnen entwickeln sich weiter. Sie besuchen Fortbildungen, sammeln neue Erfahrungen und viele studieren neben ihrer Arbeit weiter. Wer Kinder zum Lernen ermutigen will, muss selbst neugierig bleiben.
Geburtstage, gemeinsame Morgenversammlungen, Jahresthemen und unser Mathematikmarkt machen Schule zu einem Ort des Miteinanders. Lernen bedeutet bei uns nicht nur Wissen, sondern auch Gemeinschaft zu erleben.
